Die Anwendungsstruktur

Mit Hilfe spezieller Entwicklungsumgebungen lassen sich traditionelle Anwendungen in innovative Geschäftsprozesse einbinden. Über Composite Applications können Unternehmen ihre individuellen Anpassungswünsche selbst ausführen.

Mashups, der Mix beziehungsweise die Neukombination bestehender Applikationen und Inhalte, sollen Anwender weitaus schneller und flexibler mit dem Gewünschten versorgen. Die Analysten von Gartner etwa sind überzeugt davon, dass sich diese mit dem Web 2.0 in Verbindung gebrachte Technik bis 2010 als das führende Modell für sogenannte Composite Applications etabliert.

Composite Applications sollen auch viele der SOA-Versprechen (serviceorientierte Architektur) erfüllen. Eine komponierte Anwendung kann, muss jedoch nicht zwingend auf einer SOA aufsetzen.

Das Konzept der komponierten Applikationen knüpft an die bekannten Workflow- sowie Enterprise-Integration-Techniken an. Sie sind zugleich kleine Laufzeitumgebungen für ergänzende Anwendungslogik. Entsprechend verfügen Entwicklungsumgebungen für Composite Applications über Funktionen zum Prozessdesign, zur Anwendungsintegration und zur Ablaufsteuerung.

Tool-Umgebungen wie soaxnet etablieren eine neue Middleware- oberhalb der Backend-Anwendungswelt. Die zugehörige Objektzugriffsschicht macht den Composite Applications die Business-Objekte und Prozesse aus den Backend-Anwendungen zugänglich. Diese wissen nicht, von welcher Anwendung der angeforderte Service beziehungsweise die gewünschte Anwendungsfunktion oder -transaktion bereitgestellt wird.

Mit diesen Eigenschaften befähigen Composite Applications Unternehmen, auf Basis der vorhandenen Lösungen kleinere, kombinierte Anwendungen zur Unterstützung der eigenen Geschäftsprozesse zu realisieren. Sie müssen für die Umsetzung ihrer individuellen Anpassungsvorgaben also nicht mehr die Unternehmenssoftware selbst aufwändig anpassen oder kostspielige Customizing-Projekte aufsetzen.

Typische Einsatzszenarien von Composite Applications sind abteilungs- oder konzernübergreifende Prozess- und Produktbündelungen. Bietet beispielsweise die Tochterfirma eines Konzerns Energieleistung an und eine zweite Tochter Kommunikationsdienste, liegt die Vermarktung eines Kombiproduktes auf der Hand.

Statt hierzu eine komplett neue Verwaltungs- und Abrechnungslösung zu realisieren, bindet die Composite Application die jeweiligen Objekte aus den vorhandenen Backend-Systemen des jeweiligen Tochterunternehmens für die Abrechnung des Kombiprodukts ein. Die Verwaltung der eigentlichen Verträge wird dagegen von der Composite Application lokal mit eigener Logik und zusätzlich benötigter Datenhaltung vorgenommen.

Das Beispiel zeigt, dass Composite Applications im Grunde den Einstieg in die Serviceorientierung bedeuten, da die Geschäftslogik vorhandener Anwendungen mehrfach verwendet wird. Voraussetzung dafür ist, dass die genutzten Backend-Systeme servicefähig sind, um Daten und Dienste von Anwendungsprogrammen für Frontend-bezogene Prozesse nutzen zu können.

SOAX als Basis-Framework:

  • LDAP / AD Integration für Rollen- und Rechteverwaltung
  • Diverse Konnektoren für Datenzugriff
  • Automatisierte Vorgangsdokumentation
  • Lose Kopplung von Services zu Geschäftsobjekten
  • Abstrahierter Zugriff auf Datenebene